Wasserkraft sinnvoll genutzt

Seid ihr in Bredereiche, einem beschaulichen Dorf an der Oberen Havel-Wasserstraße angekommen, lohnt sich ein Halt an Havelschleuse nebst Hafen und Wasserkraftwerk. Bereits 1740 wurde hier die erste Schleuse errichtet, um eine Staustufe der Havel zu überwinden und die Region für den Lastkahnverkehr zu erschließen.
Heute warten sommertags havelauf- oder abwärts meist mehrere Urlaubskähne gleichzeitig geduldig auf die Weiterfahrt. Von der Straßenbrücke könnt ihr eindrucksvoll und ganz einfach die Funktionsweise einer Wasserschleuse erkennen. Die Bredereicher Schleuse wurde 1950 mit Hub- und Stemmtor erbaut.

Tradition an dieser Stelle ist auch die Nutzung der Wasserkraft zur Energieerzeugung. Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine liebevoll restaurierte Wasserkraftanlage. Eine alte Schleusenkammer dient als Zulauf zum Wasserkraftwerk, das Herzstück bildet eine „doppelt regulierte Kaplanturbine“, die auch bei geringem Wasserstand funktioniert.
Um die Jahresleistung des kleinen Bredereicher Kraftwerks durch konventionelle Kraftwerke zu ersetzen, müssten 1.200 Tonnen Braunkohle oder 200.000 Liter Heizöl verbraucht werden. Und sie verhindert die Schadstoffemission von ca. 970.000 kg Kohlendioxid in die Atmosphäre.
Hier fragt sicherlich mancher von euch, warum es nicht viel mehr von diesen ökologisch regenerativen und klimafreundlichen kleinen „Meisterwerken“ an unseren Flussläufen gibt.