Konzert: Manfred Maurenbrecher

Eintritt 7 bis 15 €

 

»Machten wir einmal keine Fehler mehr, wär das besser… kämen wir sonst wohin?« fragt
Manfred Maurenbrecher in den Linernotes zu seinem neuen, mittlerweile 23. Album
„Menschen machen Fehler“. Der Berliner Liedermacher sucht das Inspirierende, schaut
neugierig in die Zukunft und zelebriert mit einer gewissen Leichtigkeit, mit Schwung und
gelegentlich auch mit Albernheit einen in sich geschlossenen Liederzyklus. Ein Blick in die
Welt, der neben den schweren Themen der Stunde wie Krieg oder Unterdrückung auch ein
Auge auf die Sehnsucht nach einer neuen Work-Life-Balance hat.
Ziemlich genau drei Jahre liegt die Veröffentlichung des Vorgängeralbums „Inneres Ausland“
zurück, das in den Anfangstagen der Corona-Krise das Licht der Musikwelt erblickte. Drei
Jahre, in denen dieses Virus die Welt in der Hand hatte. Auf dem neuen Album hat es
erstaunlich wenig thematische Spuren hinterlassen. Liegt vielleicht daran, daß
Maurenbrecher bereits im Juni 2020 mit dem Lied „ISSO“ sein Corona-Epos verfasst hatte.
Danach nutzte er die Zeit ohne Auftrittsmöglichkeiten für eine Rückschau; erst mit
Streaming-Konzerten, in denen er sich kreuz und quer durch seinen reichhaltigen
Songkatalog spielte, dann mit Erinnerungen an „Das Liedermachen in den Achtzigern“ als er
sich mit Spliff, Jim Rakete und der großen Plattenfirma CBS an der Seite in aller Öffentlichkeit
in seiner ganz eigenen Art entwickeln konnte. Und schließlich mit einer kompletten
Retrospektive, der Wiederveröffentlichung seines Rockpalast Auftritts von 1985 auf DVD und
allen Alben, die er für die CBS aufgenommen hatte, als aufwendig gestaltete CD-Box.
Vielleicht erklärt sich daraus die Leichtigkeit des neuen Albums, da der Ballast der
Vergangenheit nun einen neuen Platz gefunden hat. Oder wie Maurenbrecher weiter in den
Linernotes schreibt: »die Erinnerung ist nur das Floß zum Festhalten, auf dem man in die
Zukunft reist.«

 

 

Pressekommentare aus den ersten Tagen nach Erscheinen:

„ (…) ein großes gesellschaftliches Porträt, das auf eine gewisse Art sprachlos macht“ (Matthias Schulze, frizz Halle/Leipzig)

“Wo bei Wecker und all den anderen schwer erträglichen Betroffenheitspropheten sofort der Fluchtreflex einsetzt, fühlt man sich bei dem knorrigen Großstadt-Poeten mit der dicken Brille gut aufgehoben. Herzhafte alte Liedermacherschule, aber leider immer noch gut.” (Stefan Gnad, Nürnberger Zeitung)

„Er stellt nicht lapidar fest, dass jedem Fehler eine Chance innewohnt. Nein, er, der Forscher, dem ganz in Bruderschaft zu Randy Newman und Tom Waits nichts fremd zu sein scheint, kolportiert frohgemut, dass der Mensch immer noch laut- und feintönend malen kann, wenn es besonders eng wird: mit kindlich anmutenden Reimen (“Neues Rom” ), Liebe zur Liebe (“Rundumschlag” ), sich selbst zu Fall bringendem Weltwunder (“Musik” ) und anarchischer Empathie für Schwarzfahrer (“Zug” ). (Michael Loesl, Aachener Zeitung)

„Manfred Maurenbrecher macht immer noch monumentale Songschreiber-Kunst. Junge Fans von Danger Dan dürfen bei der Suche nach wichtigen Vorläufern ihres Idols gern hier anfangen.“ (Werner Herpell in S&B)

„Menschen machen Fehler – genau das sollte man sich einmal mehr zu Herzen nehmen. MANDRED MAURENBRECHER trifft mit diesem Titel, wie ich finde, den Nerv der Zeit.“ (Antje Nebel in Deutsche Mugge)

Leipzig, 3.5.23, Konzertbericht
Gestern Abend im Neuen Schauspiel Leipzig, Manfred Maurenbrecher stellt am
Flügel ein vitalisierendes Konzert in die Welt. Ohne Schnick und ohne Schnack, ohne
Laser- und Feuershow, Musik pur. Menschen machen Fehler, so heißt auch das neue
Album. Das Publikum reicht von stilvoll gekleideten Weggefährten bis zu Rucksack-
Studenten. Vor der wunderschönen Steinwand zuckt die Schulter, der Körper und der
Flügel verschmelzen, kräftiges Kopfnicken und wildes Haareschütteln sind die
Ausrufezeichen hinter den schlauen, absurden, traurigen, melancholischen,
erfahrungsgesättigten, weltumspannenden und schabernackenden Geschichten. Ein
kleines, aber feines theatrales Ereignis. Scharfsinn, Wucht und zwischenmenschliche
Milde, Utopieentwürfe und ein Blick in die Brutalität der Welt. Menschen machen
Fehler. Zweieinhalb Stunden kann man in den dynamisch-zärtlichen Tönen und in
den Verästelungen eines großen Gesellschaftsporträts versinken. Tanzen ohne zu
tanzen. Lebensbejahende Blickwinkel, listige Erzählungen, harte Abrechnungen,
wohltuende Rollenspiele, die Poesie bleibt präzise. Ein Maurenbrecher-Konzert
verlässt man angefüllt mit Leben, man wird nicht stumm geschalten und bombastisch
überwältigt. Es ist, als wäre man mit einem hellsichtigen Reiseführer einmal um die
Welt gelaufen. Da ein noch nie gesehenes Detail, dort ein neues Lebensgefühl. Der
Charakterkopf dankt dem Publikum am Ende mit Verbeugungen, Peace-Zeichen
recken sich von der Bühne aus in die Nacht. Noch am nächsten Morgen spürt man die
übertragende Kraft. Ein „Danke“ und Peace-Zeichen gehen zurück!


Date

18 Mai 2024

Time

20:00 - 20:00

Location

Altes Kino Lychen
Kirchstr. 3 a

Organizer

Altes Kino Lychen
Phone
039888/460938
Email
info@alteskinolychen.de
Website
https://www.alteskinolychen.de